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Ruhe bewahren und handeln!

Jeder Asthmapatient fürchtet sich davor. Wenn plötzlich die Luft wegbleibt, kommt die Panik und setzt einen Teufelskreis in Gang: Angst erhöht den Sauerstoffbedarf, denn Herzschlag und Atmung beschleunigen sich. Die Luftnot verstärkt sich noch.

Deswegen sollten Betroffene möglichst einen kühlen Kopf behalten. Versuchen Sie also, Ihre Angst zu kontrollieren. Wenn Sie Ruhe bewahren, senken Sie automatisch Ihren Sauerstoffbedarf. Rufen Sie sich ins Gedächtnis, was Sie in den Schulungen gelernt haben und wenden Sie folgende Maßnahmen an:

  • Inhalieren Sie gemäß der Verordnung Ihres Arztes einige Hübe aus Ihrem Asthmainhalator, und warten Sie etwa zehn Minuten.
  • Atmen Sie währenddessen langsam durch Ihre fast geschlossenen Lippen aus. Diese sogenannte Lippenbremse verringert die Ausatemgeschwindigkeit.
  • Setzen Sie sich dabei im „Kutschersitz“ hin. Hierzu stellen Sie die Beine leicht auseinander und legen die Unterarme locker auf die Oberschenkel. Den Kopf halten Sie leicht gebeugt. In dieser Haltung können Sie gut entspannen, und das Atmen fällt leichter.
  • Wenn Ihnen keine Sitzgelegenheit zur Verfügung steht, nehmen Sie die „Torwartstellung“ ein: Ihre Beine stehen gut schulterbreit auseinander und die Knie sind gebeugt. Auf diese stützen Sie Ihre Hände. Ihr Rücken ist rund und der Kopf hängt locker.
  • Tritt trotz dieser Maßnahmen nach zehn Minuten keine Besserung ein, wiederholen Sie die Inhalation mit Ihrem Notfallspray. Gegebenenfalls können Sie zusätzlich weitere für diesen Fall von Ihrem Arzt verordnete Medikamente einnehmen, zum Beispiel ein Kortison-Präparat.
  • Kommt es immer noch nicht zu einer Besserung der Beschwerden, sollten Sie einen Arzt rufen.
  • Hat ein Kind einen Asthmaanfall, sollte in der Regel immer ein Arzt verständigt werden, denn bei Kindern ist der Verlauf eines Asthmaanfalls unberechenbar.

Gewusst wo …

Deponieren Sie Ihre Asthmamedikamente an einem gut erreichbaren Ort, damit Sie im Notfall schnell darauf zugreifen können. Diesen Ort sollten auch Ihre Familie und Ihre Freunde kennen! Dort sollte auch ein Zettel mit der Telefonnummer der Notfallaufnahme einer nahe gelegenen Klinik sowie eines Rettungsdienstes aufbewahrt werden. Auch für unterwegs sollten Sie Ihr Notfallset immer parat haben.

Scheuen Sie sich keinesfalls, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Sie den Eindruck haben, die Situation nicht beherrschen zu können – beispielsweise bei folgenden Symptomen:

  • Der Peakflow-Wert liegt im roten Bereich (Ampelschema)
  • Schnell und stark zunehmende Beschwerden, die sich durch Ihr Notfallspray und weitere Medikamente nicht lindern lassen oder sofort wieder einsetzen
  • Sichtbare Einziehungen zwischen Rippen oder am Hals beim Atmen sowie durch Atemnot erschwertes Sprechen

Bei einem schweren Asthmaanfall, der sich mit der vorhandenen Notfallmedikation nicht beherrschen lässt, ist in der Regel eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich!