Ein frühzeitiger Besuch von Tageseinrichtungen mobilisiert kindliche Abwehrkräfte – gewährleistet aber keinen Schutz vor Asthma.
Anders als die Ergebnisse vorangegangener Studien vermuten lassen, bewahrt die frühe Auseinandersetzung mit Krankheitserregern Kinder nicht davor, in einem späteren Lebensalter an Asthma oder Allergien zu erkranken. Zwar stärke die vermehrte Konfrontation mit Keimen, wie Kinder sie in großem Umfang in Krippe oder Kita erleben, das Immunsystem der Kleinen – aber bereits im Alter von acht Jahren habe sich der „Gesundheitsvorteil“ verflüchtigt, so das Fazit des Studienleiters Johan C. de Jongste.
Der niederländische Wissenschaftler hat in seiner Studie mehr als 3.600 Kinder von Geburt an bis zu ihrem 8. Lebensjahr an beobachtet. Grundlage waren Fragebögen zur Gesundheit der Kinder, die von den Eltern jährlich ausgefüllt worden sind. Der Fokus war hierbei auf Bronchialerkrankungen gerichtet. Am Ende des Untersuchungszeitraums standen Lungenfunktions- und Allergietests für die Kinder auf dem Programm.
Es zeigte sich, dass Kinder, die bereits vor ihrem 2. Geburtstag regelmäßig eine Tageseinrichtung besucht haben, in ihren ersten vier Lebensjahren etwa doppelt so häufig von Luftwegsinfekten mit asthmaähnlichen Symptomen betroffen waren wie ihre gleichaltrigen Spielkameraden. Nach dem Ende der Studie wiesen diese Kinder jedoch kein größeres – und ebenso kein geringeres – Risiko für Asthma auf als Kinder, die erst zu einem späteren Zeitpunkt oder niemals eine Kindertagesstätte besucht hatten. Gleiches gilt für die Wahrscheinlichkeit, an einer Allergie zu erkranken.
Mit anderen Worten: Alle an der Studie beteiligten Kinder hatten im Alter von acht Jahren in etwa die gleiche Veranlagung für Asthma oder Allergien, auch die Häufigkeit grippaler Infekte war gleich groß. Eine geschlechtsspezifische Präferenz stellten die Wissenschaftler ebenfalls nicht fest.
Quelle:American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine













