Im Gespräch mit dem Experten Prof. Matthias Kopp, Oberarzt am Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin des Universitätsklinikum Freiburg, wird geklärt, warum Asthmatiker in der kalten Jahreszeit verstärkt leiden und wie die Beschwerden gelindert werden können.
1. Die niedrigen Temperaturen aber auch Allergene in Wohnräumen belasten in der kalten Jahreszeit Asthmatiker. Registrieren Sie aktuell in Ihrer Klinik einen Zuwachs an Asthmapatienten?
Kopp: „Ja, das kann ich bestätigen. Wir erleben zu Beginn der kalten Jahreszeit einen Anstieg der akuten Asthmanotfälle. Neben der Pollensaison ab April ist dieser Höhepunkt verstärkt im Herbst und Winter zu beobachten.“
2. Wo liegen die Ursachen für das erhöhte Asthmarisiko in der kalten Jahreszeit?
Kopp: „Vor allem die Hausstaubmilbe, kalt-feuchte Luft und die erhöhte Gefahr von Atemwegsinfekten machen es den Asthmatikern im Herbst und Winter nicht leicht. Auch der rasche Wechsel von beheizten Räumen ins Freie belastet die Bronchien stark. Die Menschen halten sich wegen des nass-kalten Wetters vermehrt im Haus auf, wo ihnen Allergene beispielsweise in Wohntextilien zu schaffen machen. Hinzu kommen Grippeviren, die für Asthmatiker eine stärkere Belastung darstellen können als für gesunde Menschen.“
3. Warum reagieren die chronisch entzündeten Bronchien der Asthmatiker gerade im Winter so sensibel auf bestimmte Reize?
Kopp: „Asthmatiker haben überempfindliche Bronchien. Diese verengen sich bei bestimmten Einflüssen, wie zum Beispiel kalter Luft, schneller als gesunde Bronchien. Das Ausatmen fällt schwer, es kommt zu Pfeifen und Giemen.“
4. Was raten Sie Asthmatikern speziell in der kalten Jahreszeit?
Kopp: „Das wichtigste ist eine auf die Bedürfnisse der Patienten abgestimmte Therapie. Zusätzlich gibt es ein paar hilfreiche Ratschläge, wie man das Asthma in der kalten Jahreszeit besser in den Griff bekommen kann. Die Grippeimpfung empfehle ich Asthmatikern dringend. Aber auch zu Hause kann man einiges tun: Ratsam ist es, Allergikerbettwäsche zu verwenden und die Kuscheltiere der Kinder regelmäßig ins Eisfach zu legen, um Keime und Milben abzutöten. Wer zusätzlich regelmäßig lüftet, Unterkühlungen entgegenwirkt und große Menschenmassen meidet, macht alles richtig.“






