Asthma seit der griechischen Antike bekannt

Zeitreise durch die Geschichte der Atemwegserkrankung

„Früher war alles besser!“ Schon möglich, dass diese Aussage ab und an ihre Berechtigung hat. Beim Thema Asthma ganz bestimmt  nicht. Denn bei der Therapie dieser chronischen Atemwegserkrankung wurden in den letzten Jahrzehnten bahnbrechende Verbesserungen erzielt, von der frühere Patienten nicht einmal geträumt haben. Was glücklicherweise für Asthmatiker heute selbstverständlich ist, ist das Resultat jahrzehntelanger intensiver Forschung.

Hippokrates war „Erster“

Erstmalige Erwähnung des Begriffs „Asthma“ finden wir beim berühmtesten Arzt der griechischen Antike, Hippokrates (460 bis etwa 370 v. Chr.). Die typischen Beschwerden hat er bereits treffend beschrieben, die Ursachen allerdings falsch interpretiert: Er war der Meinung, dass der Schleim, der die Bronchien verstopft, aus dem Gehirn in die Atemwege gelangt.

Lange Zeit galt Asthma nicht als eigenständiges Krankheitsbild, sondern „nur“ als Begleiterscheinung vieler unterschiedlicher Erkrankungen. Doch im Verlauf der Jahrhunderte und vor allem der vergangenen Jahrzehnte setzten sich die Puzzleteile verschiedener wissenschaftlicher Erkenntnise zu einem Gesamtbild zusammen, und bei der Entstehung der Asthmasymptome ließen sich drei Hauptursachen einkreisen:

  • Verkrampfung der Bronchialmuskulatur
  • Entzündung und Schwellung der Bronchialschleimhaut (mit Einengung des inneren Durchmessers der Bronchialgefäße)
  • Vermehrte Schleimbildung

Folge: Es treten die quälenden Symptome auf, die wohl jeder Asthmatiker aus eigener leidvoller Erfahrung kennt – Atemnot, Engegefühl im Brustkorb und Hustenanfälle.

Schritt für Schritt Fortschritt

Vor etwa 100 Jahren wurde die brochienerweiternde Wirkung von Theophyllin, einem mit Koffein verwandten Naturstoff, entdeckt und in der Folge unter anderem in der Behandlung akuter Asthmaanfälle erfolgreich angewendet.

Etwas früher einzuordnen (um etwa 1935) ist die Isolierung von Kortison aus dem körpereigenen Hormon der Nebennierenrinde und seine Nutzung als entzündungshemmendes  Therapeutikum. So konnten zwei der zu Asthma führenden Symptome – Verengung und Entzündung von Atemwegen und Bronchialschleimhaut – angegriffen werden.

Und schließlich in den 80er-Jahren ein weiteres Plus in puncto Effektivität: Die Entwicklung inhalativer Medikamente. Durch Einatmen gelangen die Substanzen direkt in die Lunge und entfalten ihre Wirkung am Ort des Geschehens. Heute für die meisten Asthmapatienten eine Selbstverständlichkeit – „damals“ ein medizinischer Quantensprung.

Allergieforschung brachte „heiße Spur“

Es waren entscheidende Erkenntnisse aus der Allergieforschung, die eine weitere heiße Spur auf der Suche nach den Entstehungsursachen für Asthma lieferten. Obwohl schon seit Jahrtausenden bekannt, bekam das Phänomen der Überempfindlichkeit auf Umweltstoffe erst Anfang des 20. Jahrhunderts seinen Namen: Allergie. Es war der Wiener Kinderarzt Clemens Freiherr von Pirquet, der den Begriff prägte, der heute in aller Munde ist.

Im Zuge weiterer intensiver Forschungsarbeit dann die Entdeckung, dass ein bestimmter Antikörper, ein Immunglobulin vom Typ E, in der Auslösung von Allergien eine Schlüsselrolle einnimmt. Kontunuierliche  Forschungen mündeten in das Konzept einer Anti-IgE-Therapie, die dann Anwendung finden kann, wenn die „traditionellen“ Medikamente, beispielsweise beim schweren allergischen Asthma, nicht ausreichend wirksam sind. Das langfristige Ziel lautet also: Die allergische Reaktion stoppen, bevor es überhaupt zu Krankheitszeichen kommt.

Weitere Informationen zur Asthmatherapie finden Sie unter dem Menüpunkt „Was ist Asthma/Therapieziele“

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