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Anamnese

Vorgeschichte einer Krankheit. Wenn der Arzt die Anamnese erhebt, fragt er den Patienten unter anderem, welche Beschwerden er aktuell hat und wie lange diese schon bestehen. Ebenso wichtig ist die Erfassung von anderen Vorerkrankungen und welche Erkrankungen in der Familie des Patienten aufgetreten sind.

Anticholinergika

Bronchienerweiternde Medikamente. Ein Anticholinergikum ist ein Wirkstoff, der die Muskarin-Rezeptoren blockiert, was wiederum zur Hemmung des Botenstoffs Acetylcholin führt, sodass er seine bronchienverengende Wirkung nicht entfalten kann.

Betamimetika

Diese Medikamente entspannen die verkrampfte Bronchialmuskulatur und wirken bronchienerweiternd. Es gibt kurz und lang wirksame Beta-2-Sympathomimetika. Kurz wirksame Beta-2-Sympathomimetika stellen die Bronchien rasch weit und werden bei akuter Atemnot inhaliert. Die Wirkung lang wirksamer Beta-2-Sympathomimetika setzt teilweise genauso schnell ein und hält über viele Stunden an.

Bronchiallumen

Innerer Durchmesser der Bronchialgefäße.

Controller

Controller sind Medikamente, die auf die langfristige Behandlung der Atemwegsbeschwerden abzielen. Sie vermeiden Entzündungen der Atemwege oder erweitern die Bronchien über mehrere Stunden. Durch die tägliche Verabreichung über längere Zeit in einer Dauertherapie können diese Medikamente Anfällen und anderen Asthmasymptomen längerfristig vorbeugen.

Exazerbationen

Mit Exazerbation beschreibt man den Ausbruch eines Krankheitsschubs (also eine Verschlechterung oder zeitweise Steigerung oder das Wiederaufleben) bei chronischen, schubweise verlaufenden Erkrankungen. Ein gebräuchliches Synonym in der medizinischen Fachsprache ist daher auch „Schub“. Gelegentlich spricht man auch von einer „akuten Exazerbation“, wenn der Krankheitsschub plötzlich aufgetreten ist.

Giemen

Pfeifendes oder brummendes Atemgeräusch, das vor allem beim Ausatmen zu hören ist und bei krampfhaft verengten kleinen Bronchien – z. B. bei Asthma – auftritt.

Histamin

Ein vom Körper gebildeter Botenstoff, der bei einer allergischen Reaktion aus den Mastzellen ausgeschüttet wird. Histamin ruft allergische Symptome hervor wie z. B. Rötung, Juckreiz, Niesen oder Engstellung der Bronchien.

Immunglobulin E (IgE)

Antikörper, der wahrscheinlich ursprünglich Parasiten abwehren soll. IgE gilt heute als der hauptverantwortliche Antikörper für die Auslösung von Allergien, indem es auf den Mastzellen Rezeptoren besetzt. Bei Allergenkontakt kommt es zur Auslösung der allergischen Reaktion. Die IgE-Konzentration ist im Blut von Allergikern oft erhöht.

Kortikosteroide

Kortikosteroide (auch kurz „Kortison“ genannt) sind eine Gruppe von Medikamenten mit stark entzündungshemmender Wirkung. In der Asthmatherapie spielen sie eine wichtige Rolle, wobei Ärzte möglichst Kortikosteroide zum Inhalieren verabreichen. So gelangt der Wirkstoff direkt dorthin, wo er wirken soll, nämlich in der Bronchialschleimhaut. Inhalative Kortikosteroide verursachen nur selten Nebenwirkungen. Oral einzunehmende Kortikosteroide werden bei schweren Asthmaformen verabreicht.

Kutschersitz

Sitztechnik, bei der sich die Atemfläche durch die Dehnung des Brustkorbes vergrößert, wodurch ein besonders tiefes Durchatmen ermöglicht wird.

Leukotrienantagonisten

Der Arzneistoff ist ein sogenannter Leukotrienrezeptor-Antagonist, der die Bindung von Leukotrienen an ihren Rezeptor in den Bronchien verhindert und damit bronchienerweiternd und entzündungshemmend wirkt. Leukotriene sind Entzündungsmediatoren, die an der Entstehung der Entzündung bei Asthma bronchiale beteiligt sind.

Lippenbremse

Atemtechnik, mit deren Hilfe der Atemstrom abgebremst und die Atemwege erweitert werden. Somit ist es möglich, beim nächsten Einatmen mehr Atemluft aufzunehmen.

Mastzellen

Spezielle Körperzellen, die Histamin und andere Stoffe auf Vorrat bilden und bei bestimmten Abwehrreaktionen freisetzen. So führt der Kontakt mit Allergenen zur Aktivierung der Mastzellen, die ihren Inhalt in die umgebenden Gewebe freisetzen, wodurch die allergische Reaktion eingeleitet wird.

Obstruktion

Verstopfung (beziehungsweise Verengung) von Körperkanälen durch entzündliche Prozesse.

Provokationstest

Hat der Patient im Hauttest auf ein Allergen reagiert, kann der Arzt dieses Allergen gezielt verabreichen, um herauszufinden, wie stark die Beschwerden sind, die der Patient durch dieses Allergen bekommt.

Beispiel: Ein Patient reagiert im Hauttest positiv auf Hausstaubmilben. Nun sprüht der Arzt eine Lösung mit Hausstaubmilbenallergen in die Nase des Patienten und beobachtet, ob dabei Symptome wie Niesen, tränende Augen oder Fließschnupfen auftreten.

Reliever

Rasch wirkende Asthmamedikamente, die im Bedarfsfall (bei Atemnot) verabreicht werden.

spezifische Immuntherapie (SIT)

Therapieform, bei dem Patienten das Allergen in steigender Dosierung über längere Zeit zugeführt wird, um eine Gewöhnung und damit ein Nachlassen der allergischen Symptome zu erreichen.

systemisch

Über den Blutkreislauf „von innen“ wirkend.

Theophyllin

Medikament mit bronchienerweiternder und milder entzündungshemmender Wirkung, das in der Asthmadauermedikation oft in Form von Retardtabletten eingesetzt wird. Theophyllin ist weniger effektiv als die lang wirksamen Beta-2-Sympathomimetika und spielt als Asthma-Controller eine weniger wichtige Rolle.

topisch

Äußerlich wirkend, z. B. Cremes, die auf die Haut aufgetragen werden, aber auch Sprays, die inhaliert werden, da sie nicht in den Blutkreislauf eindringen, sondern an der Oberfläche wirken.