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Cortison: Sprays und Tabletten in der Behandlung von Asthma

Inhaliert wirkt Cortison effektiv: Das Medikament hemmt die chronische Entzündung in den Atemwegen und ist deshalb in vielen Asthmasprays enthalten. Schweren Asthmatikern wird häufig auch die Einnahme von Cortison-Tabletten empfohlen. Ist dies sinnvoll?

Frau hält Asthma-Spray mit Cortison in der Hand.

Was ist Cortison und wie wird es bei Asthma eingesetzt?

Cortison (häufig auch Kortison geschrieben) wird bei der Behandlung von Asthma zur Hemmung von Entzündungsprozessen verwendet. Natürlicherweise wird das Hormon Cortison in der Nebennierenrinde des Menschen gebildet und ist zum Beispiel am Fettstoffwechsel beteiligt. Künstlich hergestellte Cortison-Präparate für Medikamente heißen ganz allgemein Corticoide, Glucocorticoide oder Corticosteroide.

Cortison in Asthma-Medikamenten

Cortison in Asthmasprays ist unter verschiedenen Wirkstoffnamen bekannt: Budesonid, Fluticason, Beclometason, Mometason, Ciclesonid. Cortison-Tabletten enthalten die Wirkstoffe Prednison, Prednisolon, Fluocortolon oder Triamcinolon.

Im akuten Notfall können bei schweren Asthmaanfällen Spritzen mit Cortison zur Anwendung kommen. Diese enthalten Prednison oder verwandte Wirkstoffe. Außerdem gibt es sogenannte Depot-Spritzen, bei denen der Wirkstoff über mehrere Tage oder Wochen ins Blut abgegeben wird.

Eine Therapie mit inhalativem (über die Atemwege aufgenommenen) Cortison ist als Dauermedikament bei Asthma bronchiale unerlässlich. Kein anderes Medikament reduziert die Anzahl der Entzündungszellen im Bronchialsystem, also in den Luftwegen der Lunge, so effektiv, wie inhalatives Cortison.

Cortison im Asthmaspray

Beim Inhalieren gelangt das Cortison gezielt zum Wirkort (in das Bronchialsystem) – nur ein kleiner Teil des Asthma-Medikaments wird hierbei vom restlichen Körper aufgenommen. Deshalb sind inhalative Medikamente mit Cortison, auch als Langzeittherapie, weniger bedenklich.

Nebenwirkungen durch inhalatives Cortison sind auf den Mund- und Rachenraum begrenzt und meist nicht schwerwiegend. Beispielsweise kann es zu einer Pilzinfektion (Soor) im Mund kommen. Nach dem Inhalieren sollten Sie deswegen stets daran denken, Ihren Mund mit Wasser auszuspülen, etwas zu essen oder sich die Zähne zu putzen.

Cortison-Tabletten gegen Asthma?

Auch wenn die meisten Asthma-Patienten mit einer inhalativen Cortison-Therapie gut versorgt sind, gibt es einige Ausnahmefälle, in denen Ärzte zu Cortison-Tabletten oder -Spritzen greifen. Hierbei gelangt das Cortison in den Blutkreislauf. Dies kann angebracht sein:

  • wenn ein akuter, sehr schwerer Asthma-Anfall vorliegt
  • bei einem allergischen Schock                                 
  • bei akuten Verschlechterungen des Asthmas (zum Beispiel nach einem Bronchialinfekt wie einer Erkältung)

Die dauerhafte Einnahme von Cortison-Tabletten oder Cortison-Spritzen als Asthma-Medikament kann zu kortisonbedingten Zusatzerkrankungen führen. Spritzen oder Tabletten führen zu einem gleichmäßigen Cortisonspiegel im Blut, obwohl dieser natürlicherweise im Tagesverlauf schwankt. Die Folge: Abbauprozesse im Körper finden nicht nur zeitlich begrenzt statt, sondern andauernd. Durch das Cortison lagert der Körper vermehrt Flüssigkeit ein, die Knochen werden brüchig (Osteoporose) und das Risiko für Magengeschwüre steigt. Zudem können Muskelschwäche (Myopathie), Blutzuckerkrankheit (Diabetes) und weitere Erkrankungen auftreten. Die Angst vieler Patienten vor Cortison als Medikament gegen Asthma ist also begründet, wenn es um die langfristige Einnahme von Cortison-Tabletten oder -Spritzen geht.

Cortison-Tabletten: Vor der Einnahme genau prüfen

Auch wenn Sie an schwerem Asthma leiden, sollten Sie mit ärztlicher Hilfe vor der Gabe von Cortison-Tabletten genau prüfen, ob

  • Sie die bisher verschriebenen Medikamente gegen Asthma regelmäßig eingenommen haben
  • Sie die richtige Technik beim Inhalieren anwenden
  • die Diagnose (schweres) Asthma stimmt oder Sie eventuell an COPD oder anderen Erkrankungen leiden

für Sie eine Alternative, wie die Biologikatherapie, infrage kommt.

Die dauerhafte Einnahme von Cortison-Tabletten ist also (auch bei schwerem Asthma der Stufe 5) nicht zu empfehlen, da die Gefahr kortisonbedingter Zusatzerkrankungen besteht. Sie kommt nur zum Einsatz, wenn sich die Erkrankung trotz der kombinierten Anwendung der Behandlungsmöglichkeiten vorheriger Stufen und einer zusätzlichen Biologikatherapie nicht kontrollieren lässt. In diesem Fall ist es sinnvoll, dass Sie sich viel bewegen und aktiv Gymnastik zur Stärkung Ihrer Knochen betreiben. Präparate mit Vitamin D und Kalzium können dem Knochenschwund ebenfalls vorbeugen.

Möglicherweise kann eine Biologikatherapie Ihr schweres Asthma verbessern, sodass die Gabe von Cortison-Tabletten nicht notwendig ist. Hierfür ist es wichtig zu wissen, ob es sich bei Ihrem Asthma um ein allergiebedingtes Asthma bronchiale oder ein nicht-allergiebedingtes handelt. Ihr Lungenfacharzt kann die genaue Ursache Ihres Asthmas dank verschiedener Tests ermitteln.


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