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Eosinophiles Asthma: Spezielle Therapie bringt Hoffnung

Bei der Mehrzahl der Asthma-Patienten lässt sich die Krankheit durch inhalative Medikamente so einstellen, dass sie ein weitestgehend normales Leben führen können. Wenn die medikamentöse Therapie allerdings nicht den gewünschten Erfolg zeigt und es weiterhin zu starken Anfällen kommt, liegt oftmals ein schweres Asthma vor. Eine Form des schweren Asthmas ist das eosinophile Asthma. Dieses benötigt eine spezielle Behandlung, damit die Patienten eine Verbesserung spüren. Im folgenden Text erfahren Sie, welche Symptome eosinophiles Asthma ausmachen und wie die Therapie erfolgt.

Eosinophiles Asthma: Frau hustet auf der Straße.

Typische Kennzeichen für ein eosinophiles Asthma

Das eosinophile Asthma ist eine Form des schweren Asthmas. Dabei zeigen die Patienten trotz umfangreicher Therapie starke, häufig auftretende Symptome mit einer ständigen Verschlechterung ihres Zustands.

Dies sind unter anderem die Charakteristika für ein schweres eosinophiles Asthma:

    • ausgeprägte Asthmabeschwerden
    • Auftreten der Erkrankung in einem Alter von 35 bis 50 Jahren
    • Keine Reaktion auf relevante Allergene (Allergieauslöser)
    • Entzündung in den gesamten Atemwegen

Zudem sind im Blut und im Auswurf (Sputum) des Patienten eine erhöhte Anzahl der sogenannten eosinophilen Granulozyten nachweisbar. Wie hängen diese namensgebenden Blutbestandteile mit der Erkrankung zusammen?

Eine chronische Entzündung der Lunge verursacht das eosinophile Asthma

Was sind eosinophile Granulozyten und was ist an ihnen problematisch? Zunächst handelt es sich bei diesen um natürliche Bestandteile des Blutes sowie des körpereigenen Abwehrsystems. Sie beseitigen hauptsächlich Krankheitserreger wie Parasiten. Sind jedoch übermäßig viele eosinophile Granulozyten im Blut vorhanden, schädigt dies das Lungengewebe. Laut Wissenschaftlern führen Reize wie beispielsweise ein Infekt dazu, dass bestimmte Signalstoffe im Gewebe, die sogenannten Interleukine (IL), vermehrt produziert werden.

Asthma bronchiale: Ein vielfältiges Krankheitsbild

Die Ausprägungen von Asthma sind ganz unterschiedlich. Während manche Patienten nur leichte Beschwerden haben, sind andere schon deutlich eingeschränkt. Auch die Ursachen von Asthma sind verschieden. Ein Großteil der Betroffenen (circa 90 Prozent) leidet unter einem allergischem Asthma, das heißt, dass bestimmte Stoffe aus der Umwelt zu Reaktionen wie Atemnot, Husten und pfeifenden Atemgeräuschen führen. Allergisches Asthma bildet sich meist schon in der Kindheit oder frühen Jugend aus und kann vererbt werden. Das Immunsystem reagiert hierbei überempfindlich, zum Beispiel auf Blütenpollen, Hausstaubmilben, bestimmte Nahrungsmittel, Tierhaare oder ähnliches. Auch bei allergischem Asthma können erhöhte Werte an eosinophilen Granulozyten auftreten. Bei einem nicht-allergischem (intrinsischen) Asthma sind die Auslöser beispielsweise starke Gerüche, Medikamente oder kalte Luft.

Die Auslöser für einen Asthmaanfall bei eosinophilem Asthma können ganz unterschiedlich sein; beispielsweise kommen Zigarettenrauch oder auch Infekte infrage. Für die Diagnose dienen die eosinophilen Granulozyten als Entzündungsmarker. Werden erhöhte Werte festgestellt, kann eine gezielte Behandlung des eosinophilen Asthmas erfolgen, indem bestimmte Interleukine gehemmt werden.

Mit moderner Therapie gezielter behandeln

Die inhalative Basistherapie bei Asthma umfasst zwei Säulen: Zum einen eine Therapie durch sogenannte Controller, die die Entzündung eindämmen. Controller müssen regelmäßig, meist täglich, angewendet werden. Zum anderen gibt es Reliever, welche beim akuten Asthma-Anfall zum Einsatz kommen. Sie führen zu einer kurzfristigen Entspannung der Bronchienmuskulatur.

Obwohl mit der Kombination vielen Asthmatikern gut geholfen werden kann, ist sie bei Patienten mit schwerem eosinophilem Asthma nahezu wirkungslos. In den letzten Jahren wurden neuere Medikamente zur Therapie von schwerem eosinophilem Asthma zugelassen: Wirkstoffe aus der Klasse der Biologika z.B. Anti-IL5-Antikörper greifen in den Entzündungsprozess ein, indem sie Interleukine hemmen. Für Patienten kann das eine Verbesserung ihres Zustandes bedeuten. Aktuell wird an weiteren Medikamenten geforscht, um allen Patienten mit schwerem Asthma helfen zu können.