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Atemnot: Eine große Belastung für Asthmatiker

Atmen gegen großen Widerstand, der Sauerstoff wird immer knapper, Panik steigt auf: Die meisten Menschen können sich kaum etwas Beklemmenderes vorstellen, als das Gefühl, keine Luft zu bekommen. Wie Atemnot bei Asthma entsteht und was Sie tun können.

Asthmatikerin leidet unter Atemnot.

Typisches Symptom bei Asthma: Atemnot und Kurzatmigkeit

Asthma ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege, deren Symptome sich meist plötzlich und anfallartig zeigen – für die Betroffenen oftmals vollkommen unerwartet. Zu den möglichen Beschwerden gehören dabei:

  • Atemnot
  • Kurzatmigkeit
  • trockener, bei lange bestehender Erkrankung häufig auch produktiver Husten
  • Giemen (Pfeifen oder Brummen beim Atmen)
  • Ausatmung, die große Anstrengung erfordert
  • hohe Herzfrequenz
  • bei bestehendem Sauerstoffmangel: blau gefärbte Nägel und Lippen
  • Verschlimmerung der Symptomatik in der Nacht

Das gefährlichste und auf den Betroffenen am bedrohlichsten wirkende Symptom ist dabei ohne Frage die Atemnot. Sie scheint sich wie eine Fessel um die Lunge zu legen und den Betroffenen nicht mehr loszulassen. Er reagiert mit Angst oder Panik – was alles nur noch schlimmer macht. Angst versetzt den Körper in einen Alarmzustand, er bereitet sich auf Kampf oder Flucht vor. In letzter Instanz steigert diese Reaktion im gesamten Körper den Sauerstoffbedarf. Das verschlimmert die Luftnot noch mehr und legt den Grundstein für einen fatalen Teufelskreis. Doch wie kann Atemnot überhaupt entstehen?

Wie Atemnot entsteht

Taucht in der Umgebung des Asthmatikers ein Reiz (zum Beispiel Allergene, Rauch oder starke Gerüche) auf, der bei ihm einen Anfall verursacht, läuft im Inneren seiner Lunge eine übermäßig gesteigerte Abwehrreaktion ab. Die Bronchien schwellen stark an und die Schleimhaut bildet eine große Menge an Schleim – oberstes Ziel der körpereigenen Abwehr ist es nun, den Auslöser wieder loszuwerden. Die Atemmuskulatur verkrampft sich, um eine geringere Menge des Reizes in die Lunge zu lassen: Infolgedessen erfordert die Atmung große Anstrengung und überlastet die Muskeln schnell, so gelangt automatisch weniger frische Luft in die Lunge und Atemnot entsteht. Im Zuge der Verengung der Atemwege bildet sich auch das für Asthma charakteristische Giemen aus, also die Pfeif- oder Brummgeräusche beim Atmen.


Dazu kommt, dass gerade die Ausatmung beim Anfall erschwert vonstattengeht: Mit jedem Atemzug bleibt etwas mehr verbrauchte Luft in der Lunge zurück. Beim Einatmen ist nun immer weniger Platz für sauerstoffreichen Nachschub – so steigert sich die Atemnot weiter.

Atemnot behandeln und vorbeugen

Kommt es bei Ihnen während eines Anfalls zu Atembeschwerden, sind für Sie vor allem drei Punkte essentiell – egal ob es sich um allergisches oder nicht-allergisches Asthma handelt:

  • Inhalieren Sie Ihr Notfallmedikament. Das Notfallspray kann innerhalb weniger Minuten die Bronchien erweitern, ein Allergie-Notfallset (zum Beispiel mit Adrenalin-Pen) kann im Falle eines allergischen Schocks schnell helfen.
  • Bewahren Sie Ruhe. Das ist zwar leichter gesagt als getan, sollte aber dennoch nicht in Vergessenheit geraten. Versuchen Sie sich auf etwas Beruhigendes zu konzentrieren und nehmen Sie Ihre Medikamente – denken Sie daran, dass sie Ihnen helfen werden.
  • Lassen Sie einen (Notfall-)Arzt rufen. Sollten die Medikamente keine Wirkung zeigen, ist es wichtig, nicht lange zu zögern und einen Arzt zu holen. Er hat weitere Mittel zur Verfügung und kann Sie entsprechend betreuen.

Daneben können Sie auch selbst dazu beitragen, dass es möglichst gar nicht zu Atemnot oder anderen Atemproblemen kommt. Die richtige Vorbeugung ist bei Asthma Gold wert. Abhängig von Ihren persönlichen Asthma-Auslösern kommen zum Beispiel folgende Methoden infrage:

  • Führen Sie regelmäßige Peak-Flow-Messungen durch.
  • Verbannen Sie bei einer Allergie gegen Hausstaub große Staubfänger, wie Wollteppiche, aus Ihrer Wohnung.
  • Behalten Sie bei Pollen-Allergie die Vorhersagen für den Pollenflug im Auge.
  • Meiden Sie diejenigen Medikamente, die bei Ihnen Beschwerden verursachen – beispielsweise bestimmte Schmerzmittel. Ihre Asthma-Medikamente hingegen sollten Sie regelmäßig nach Arztvorgaben einnehmen.
  • Informieren Sie sich über aktuelle Ozon- und Feinstaubwerte.
  • Gewöhnen Sie sich das Rauchen ab und achten Sie generell auf einen gesunden Lebensstil mit ausreichend Bewegung.

In jedem Fall sollten sich Asthmatiker regelmäßig gegen Grippe und Lungenentzündung impfen lassen. So gehen Sie kein unnötiges Risiko ein.