Suche Suche beenden
Suche Suche beenden

RAS-Test bei Asthma: Diese Allergietests lohnen sich

Bei der Mehrzahl der Asthma-Patienten ist eine Allergie die Ursache der Erkrankung. Grund genug, sich mittels Hauttests, RAS-Test und Co. durchchecken und somit das Vorliegen einer Allergie gründlich prüfen zu lassen. Liegen die Ergebnisse vor, kann das Asthma gezielt und wirkungsvoll behandelt werden.

RAST-Test und Pricktest: Lösung wird auf markierten Unterarm getropft.

Auf der Suche nach den Asthmaauslösern

Die Diagnose von Asthma beinhaltet mehrere Untersuchungen. Nach einem ausführlichen Patientengespräch testet der Arzt zunächst die Lungenfunktion. Die Spirometrie und die Bodyplethysmografie sind typische Tests. Konnte ein Asthma bestätigt werden, sind nachfolgende Allergietests äußerst sinnvoll: Eine Studie konnte zeigen, dass 90 Prozent der Patienten mit schwerem Asthma einen positiven Hauttest aufwiesen.

Vor allem für die weiterführende Asthma-Behandlung ist es wertvoll zu wissen, ob und gegen welche Stoffe eine Allergie vorliegt. Denn wenn die Allergie gezielt therapiert wird, bessert sich das Asthma in den meisten Fällen deutlich.


Neben der Patientenbefragung (Anamnese) können im Rahmen eines Allergietests drei Untersuchungen durchgeführt werden:

  • Hauttest (Pricktest)
  • Blutuntersuchung (RAST- beziehungsweise CAP-Test)
  • Provokationstest

Tipp: Bereiten Sie sich optimal auf das Patientengespräch vor – mit unserem Allergie-Anamnese-Bogen zum Ausdrucken und Ausfüllen.

Hauttest: Mit Pricktest und Intrakutantest zur Allergiediagnose

Mit Hauttests kann der Patient auf Allergien des Soforttyps überprüft werden, ohne dass ein Anfall provoziert wird. Zudem lassen sie sich unkompliziert durchführen und bieten ein verlässliches Ergebnis nach nur circa 20 Minuten. Am häufigsten wird der Pricktest eingesetzt. Eine weitere Möglichkeit ist der Intrakutantest.

Gut zu wissen

Allergiker reagieren auf einen oder mehrere Stoffe überempfindlich. Typische Beschwerden sind eine laufende oder verstopfte Nase, tränende Augen oder Atemprobleme. Besonders häufig kommen Allergien gegen Blütenpollen, Hausstaubmilben und Tierhaare vor.

Die Substanzen, auf die der Körper reagiert, werden als Allergene bezeichnet.

Pricktest

Für den Pricktest werden auf der Innenseite des Unterarms eine Reihe typischer Allergenlösungen in kleinen Tropfen aufgetragen – für jedes Allergen ein Tropfen. Als positive Kontrolle dient eine Histaminlösung, als negative Kontrolle wird eine Salzlösung auf die Haut getropft. Die Hautareale unter den Tropfen werden anschließend mit einer feinen Lanzette oberflächlich angeritzt (geprickt).

Reaktionen auf das Allergen zeigen sich innerhalb von 5 bis 15 Minuten, je nach Stärke der allergischen Reaktion, in Form von Rötung, Juckreiz und Quaddelbildung. Die Histaminkontrolle sollte deutlich positiv, also mit ausgeprägten Quaddeln ausfallen, während bei der Salzlösung keine Reaktion erwartet wird. Sollte sich dennoch die Haut röten, ist davon auszugehen, dass die Haut generell überempfindlich reagiert. In diesem Fall sind die Testergebnisse nicht aussagekräftig.

Intrakutantest

Eine andere Variante des Hauttests ist der Intrakutantest. Hier wird eine kleine Menge der Allergenlösung oberflächlich in die Haut (intrakutan) gespritzt. Im Falle einer Allergie zeigen sich auch hier Rötungen, Schwellungen und Quaddeln.

RAS-Test und CAP-Test: Allergienachweis im Blut

Bei Allergien bildet der Körper des Betroffenen spezielle Proteine (Antikörper). Typisch für Allergiker sind Immunglobulin E Antikörper, die kurz IgE genannt werden. Für jedes Allergen wie beispielsweise Gräserpollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben gibt es ganz spezielle IgE-Antikörper. Diese können in einem Labortest nachgewiesen werden.

Dafür nimmt der Arzt eine kleine Menge Blut des Patienten ab. Im Labor wird das Blut auf die Art der IgE-Antikörper untersucht sowie deren Konzentration bestimmt. Anhand der IgE-Konzentration im Blut erfolgt eine Einordnung in RAST- beziehungsweise CAP-Klassen von 0 (keine Allergie) bis hin zu 6 (starke Allergie). Vorteil des RAS-Tests ist es, dass er unabhängig von der Hautempfindlichkeit des Patienten verlässliche Ergebnisse liefert. Der Nachteil liegt in der etwas längeren Analysezeit des Tests.

Provokationstest: Die Atemwege werden gereizt

Wofür stehen RAST und CAP?

RAST ist die Abkürzung für Radio-Allergo-Sorbent-Test, CAP steht für Carrier-Polymer-System. Antikörper aus dem Blut des Patienten verbinden sich im Labor mit dem untersuchten Antigen. Beim RAS-Test werden radioaktiv markierte Antikörper als Allergen-Nachweis verwendet, bei einem CAP-Test sind die Antikörper mit Fluoreszenz oder speziellen Enzymen markiert. Messgeräte können somit das Antigen mit dem gebundenen IgE aufspüren.

Da die Tests außerhalb des Körpers in einer Blutprobe durchgeführt werden, besteht dabei kein Risiko für den Patienten.

In der Praxis wurde der RAS-Test mittlerweile vom CAP-Test abgelöst, allerdings wird häufig trotzdem noch von einem RAS-Test gesprochen.

Hat der Patient im Haut- oder Bluttest auf ein Allergen reagiert, kann der Arzt dieses Allergen gezielt verabreichen. Er verwendet dafür ein Inhalationsgerät, das einen feinen Nebel des Allergenextraktes erzeugt. Mit der Untersuchung lässt sich herauszufinden, wie stark der Patient auf einzelne Allergene reagiert.

Beispiel: Ein Patient reagiert im Hauttest positiv auf Hausstaubmilben. Nun sprüht der Arzt eine Lösung mit Hausstaubmilbenallergenen in die Nase des Patienten und beobachtet, ob und wie stark dabei Symptome wie Husten oder Atemprobleme auftreten. Oftmals wird ein Lungenfunktionstest angeschlossen.

Ein Provokationstest kann bei schweren Asthmatikern nicht durchgeführt werden. Die Gefahr, dass der Patient starke Reaktionen wie Atemnot zeigt, ist zu groß.